Die prähistorische Zeit

Im Jahre 2000 spielten Micha und Dirk Volleyball in einem Lichtenberger Verein. Im Anschluss daran besprachen beide das Training, die Politik und restliche Themen in einer Kneipe. Der Wirt tat sein Bestes, die beiden zu vertreiben. Es sollte ihm aber erst später gelingen. Manchmal torkelte er samt Tablett und Biergläser die Treppe herunter, konnte sich und den Rest jedoch wieder auf der letzten Stufe auffangen.

Irgendwann kam Jaqui hinzu und verhalf, die nur oberflächlich behandelten Gesprächsthemen auf den Punkt zu bringen. Endlich konnten Problemschwerpunkte herausgearbeitet werden. Bei auftretender Notwendigkeit wurden diese in der nächsten Woche nochmals besprochen. Auch Jaqui ließ sich durch den Wirt nicht beeindrucken. Dafür schaffte sie es, den Wirt zu beeindrucken, wenn sie manchmal bis zu einer halben Stunde Überlegungszeit benötigte, sich für eine von den drei angebotenen Weinsorten zu entscheiden. Punkt 23:30 Uhr musste Jaqui IMMER gehen. Eine neue Redewendung entstand: „Es ist kurz vor/nach Jaqui“.

Später kamen auch Corinna und „Brombär“ mit. Das Anwachsen der Stammrunde war einerseits erfreulich, andererseits wurden die Problemschwerpunkte nicht mehr zufrieden stellend behandelt. Bei manch einem wirkte die Offenbarung von Corinna, einen Hyundai gekauft zu haben, Mitleid auslösend. Tröstende Versuche wie: „ist doch auch ein Auto und kann fahren“ und „so schlimm ist das doch nicht“, waren nur bedingt nützlich. Aber sie war tapfer und sollte ihn noch viele Jahre mit Freude fahren. Um die Hyundai-Thematik nicht ausufern zu lassen, wurden „Tagesordnungspunkte“ (sog. Tops) mit strenger Reihenfolge (1. Das Spiel / 2. Der oder Das Hyundai / 3. Freie Diskussion) eingeführt.

Simones Erscheinen war eine weitere Bereicherung, zumal der Stammrunde ein „Quotenwessi“ fehlte. Sie wunderte sich anfangs schon ob der Einhaltung der Tops, begriff aber schnell, dass sie sich schließlich in Lichtenberg befand. Freie Diskussion vorzuziehen, war nicht gestattet. Schon der Versuch wurde mit Rüge geahndet.

Ein weiterer Top entwickelte sich: Nicht nur der Wirt sollte mal gewechselt werden, auch der Verein, bei dem wir bisher alle spielten. Als der Wirt eines Tages anfing, Spülwasser zu trinken und in der darauf folgenden Woche seine Kneipe nicht öffnete, wurde der Kneipenwechsel vollzogen.

Es sollte noch fast ein ganzes Jahr in der neuen Kneipe vergehen, bis es uns gelang, den Hyundai-Top gegen den „Pepelow-Top“ zu tauschen. Hatten wir doch beschlossen, im Juni 2004 ein Beach-Trainingslager in Pepelow an der Ostsee abzuhalten. Jeder bekam hierfür ein gelbes T-Shirt mit individuellem Bezug. Diejenigen, die keins wollten, erhielten ein Leibchen mit der Aufschrift: „Ich wollte kein T-Shirt“.

Auf einer wunderschönen Beachanlage in Pepelow lieferten sich das „Hyundai-Team“ und das „Yellow-Team“ spannende Duelle. Wenn manchmal der Ball zu weit ins Kornfeld flog, muss es daran gelegen haben, dass man wertvolle Bierflaschen schützen wollte, die zu dicht am Spielfeldrand standen. Von quakenden Fröschen und einer kreischenden Krähe am Morgen inspiriert, entwickelte sich die Idee, einen eigenen Volleyball-Freizeitverein zu gründen. Im Vordergrund stand natürlich der Wunsch aller, Volleyball auf einem sehr guten Freizeitniveau spielen zu können. Der Vereinsname sollte aufgrund der gelben Gewänder etwas mit „yellow“ zu tun haben. Wir einigten uns auf YelloV (rückwärts=Volley).

Am 31.08.2004 war es endlich so weit: Die Gründungsmitglieder „Brombär“, Jörg, Simone, Corinna, Dirk, Kathleen und Micha beschlossen die Gründung eines Vereines, welchem sie den Namen „YelloV-Team Berlin e.V.“ gaben. Am 13.01.2005 nahm der Verein seinen Trainingsbetrieb auf.

Die ersten fünf Jahre

Da bekanntlich eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, expandierte allmählich die Zahl der Vereinsmitglieder in den darauf folgenden Jahren, sodaß das zarte Pflänzchen YelloV-Team behutsam gedieh. Viele  weitere Gesichter waren nunmehr auf dem Feld und am Kneipentisch zu bewundern: Marko, Chris, „Sri Lanka“, „Boone“ und MichaZ. Gerade letzterer ist aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken; zeichnet er doch stets verantwortlich für  die kulinarische Erlesenheit der Drei-Gänge-Menüs unserer alljährlich stattfindenden Weihnachtsfeier.

Später stießen dann noch Steffi, Sophie, Jay, Martin und Matthias zum YelloV-Team. Leider mussten wir Matthias allzu früh verabschieden; köderte ihn doch die Arbeit fernab der heimatlichen Sporthalle.  Im letzten Jahr konnten wir zudem Mario und Stefan im Schoße des Vereins begrüßen.

So kam es dann auch, daß wir anno 2009 den aktuellen Teilnehmerrekord in Pepelow aufstellen konnten. …und wieder diese drei langen Tage und zwei kurzen Nächte in denen der tagsüber mühsam in allen Ritzen verteilte Sand nachts im „Zappelbunker“ auf der Tanzfläche verteilt werden musste. Unnötig zu Erwähnen, daß diese Zeit stets wie im Fluge vergeht. Die musikalische  Untermalung dieser Tage lieferte nicht nur die örtliche Metal-Cover-Band, sondern auch der erste YelloV-Team-Sampler „Soundtrack of Pepelow, Volume 01“ – ein kleines Stück Pepelow für’s heimische Plattenregal.

Nicht einzig auf den sandigen Ebenen von Pepelow erblühte das Volleyballerherz. Auch auf dem Parkett tat sich einiges. Nicht nur nennen wir zahlreiche Teilnahmen an den von Harald Fröhlich organisierten Event-Turnieren unser eigen. Auch bestritten wir 2008/2009 unsere erste Teilnahme an der vom FVB veranstalteten Mixed-Runde.

Im Jahre 2009 feierte der Verein sein fünfjähriges Bestehen, welches wir gebührend mit der Organisation und Durchführung eines Jubiläumsturniers krönten. Wie es sich für einen guten Gastgeber gehört, überließen wir die Goldmedaillen dem besten Gastteam und begnügten uns mit Platz zwei. Aufgrund der positiven Resonanz, dem Spaß am eigenen Spiel und der erworbenen Fähigkeit morgens Hunderte von Brötchen schmieren zu können, entschieden wir uns nunmehr jedes Jahr Geburtstag zu feiern und alljährlich ein Turnier abzuhalten.

Mit zunehmender Anzahl an Turnieren sind wir auch immer wieder angespornt unser Training interessanter und effektiver zu gestalten. Seit Anfang des Jahres 2010 werden wir von unserem neuem Übungsleiter Ronny regelmäßig auf Vordermann gebracht. Ohne dabei den Spaß am Volleyball zu verlieren, wird hier noch so mancher Technikschnitzer ausgebügelt und die individuelle Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Wir dürfen also gespannt sein was die nächsten fünf Jahre bringen werden.

Berlin, März 2010

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