Am Sonnabend, den 18.09.2010 folgten wir der Einladung zum kleinen Vierer-Turnier des SV Biesenthal 90. Der Weg dorthin sollte sich zunächst schwierig gestalten, mussten wir doch mit den Unannehmlichkeiten einer Reifenpanne kämpfen. Souverän meisterte unser Micha dieses Hindernis und stellte eine neue Jahresbestzeit in der Disziplin „Autobahn-Radwechsel“ auf. Dank dieser Spitzenleistung konnten wir unsere Verspätung auf ein Minimum reduzieren. Endlich am Spielort angekommen, wurden wir herzlich empfangen.

Kaum waren die Sporttaschen in der Kabine abgeladen, galt der erste Blick dem Inneren der Halle. Hier war es nicht etwa der Bodenbelag oder die Deckenhöhe die unsere besondere Aufmerkamkeit auf sich zogen, vielmehr war es die Ansammlung von älteren und doch sehr dynamisch wirkenden Herren in bundesdeutsch kolorierten Trainingsanzügen. Entweder musste es sich um die letzten Fan-Nachwehen der Fußball-WM handeln, oder aber, es lag etwas Besonderes in der Luft.

Wer waren diese Herren im Nationaltrilobal? Erste Zwiegespräche nach der Eröffnungszeremonie sollten Licht ins Dunkel bringen: Nicht nur war es das YelloV-Team, welches nach Biesenthal gereist war, nein, auch eine Abordnung des 1.VC Wildau, ihres Zeichens Deutscher Ü59-Meister 2008, Sieger des Super-Oldie-Cup 2009 und zugleich Vizeweltmeister ihrer Altersklasse bei den World Senior Games in St. George, Utah, USA.

Oha, das konnte was werden. Zum einen drängten wir ja auf eine kleine Wiedergutmachung  gegen das Team aus Biesenthal; schließlich hatten uns jene auf unserem letzten Geburtstagsturnier hinter sich gelassen.  Zum anderen waren wir ein wenig verunsichert wie wir uns gegen diese Volleyballveteranen schlagen würden – waren doch auch ehemalige DDR-Nationalspieler in ihren Reihen zu finden.

Der Turniermodus war  so unkompliziert wie schön: Gespielt wurde „Jeder gegen Jeden“ in zwei Gewinnsätzen. Im ersten Spiel traten wir gegen die zweite Mannschaft des SV Biesenthal „Auszeit“ an. Beinahe mühelos konnten wir dieses Spiel mit 2:0 Sätzen gewinnen.

Im zweiten Spiel ging es dann gegen die Altmeister aus Wildau. Von Ihrem Können, konnten wir uns ja bereits im Vorfeld überzeugen. In einem lange Zeit engen und hartumkämpften Spiel unterlagen diese nur knapp der ersten Mannschaft vom SV Biesenthal in 2:1 Sätzen. Wie würden wir uns verkaufen? Eins war klar, wir mussten die Wildauer Ernst nehmen. Respektvoll gingen wir an den Start. Dank eines guten Angriff- und Blockspiels, insbesondere auf der Mittelposition, wich die anfängliche Nervosität dem Selbstvertrauen und wir traten in einen sportiven Schlagabtausch. Stets faszinierend dabei war die Agilität und Dynamik der 64- bis 72-jährigen. Am Ende war es dann deutlicher als erwartet; wir gewannen das Spiel gegen den Vizeweltmeister mit 2:0 Sätzen.

Im dritten und letzten Spiel traten wir gegen die erste Garde der Biesenthaler an. Diese waren uns bis dahin besonders durch ihre kraftvollen Aussen- und Hinterfeldangriffe aufgefallen. Ging der erste Satz noch recht ungefährdet an uns, so wäre es im zweiten beinahe schief gegangen. Ein verletzungsbedingter Ausfall auf Seiten der Biesenthaler lies diese, nun zu fünft, befreiter aufspielen. Zudem machten wir uns das Leben selber schwer, in dem wir Schwächen beim Service zeigten. Ergo: Es wurde enger und Biesenthal führte sogar kurzzeitig. Jedoch konnten wir uns auf unsere Stärken besinnen und erneut ins Spiel finden. Wir gewannen auch dieses Spiel 2:0 und konnten somit diesen Wettbewerb satzverlustfrei bestreiten und wurden folglich Turniersieger.

Dieser Gesamtsieg war aber keineswegs der Hauptgrund, warum wir an diesem Tag eine Menge Spass hatten. Vielmehr war es die angenehme Atmosphäre, die die Ausrichter geschaffen hatten, welche nicht nur auf die grundlegende Versorgung mit Bouletten, Bockwurst  und Bier zurückzuführen ist. Auch war es die uns zu Teil gewordene Ehre gegen ein einzigartiges Team wie das des 1.VC Wildau antreten zu dürfen.  Augenzwinkernderweise sind wir jetzt mal so keck und maßen uns an, uns fortan als

Inoffizieller Deutscher und Weltmeister von Biesenthal

zu betiteln.

Vielen Dank an das ganze Team der „Auszeit“ Biesenthal für die Ausrichtung  und Einladung sowie die entspannte Atmosphäre an diesem Tag. Bis zum nächsten Jahr.

Endresultat:

  1. YelloV-Team Berlin
  2. SV Biesenthal „Auszeit“ I
  3. 1.VC Wildau
  4. SV Biesenthal „Auszeit“ II

Die (Alt-)Meister bei der Arbeit gibt’s hier.

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